Was ist ein Trauma?

Wir machen in unserem Leben manchmal Erfahrungen, die unser Leben komplett auf den Kopf stellen.

 

Nichts ist danach so wie früher.

 

Diese Ereignisse beschäftigen uns oft sehr lange und wir können es nicht willentlich beeinflussen. Es ist einfach da.

Das Wort "Trauma" stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Verletzung".

 

Ein psychisches Trauma ist eine seelische Verletzung.

 

Sie kann durch eine einzelne Situation oder durch mehrere Erfahrungen entstehen, die so intensiv sind, dass sie unsere Verarbeitungsfähigkeit bei weitem übersteigen.

Durch diesen massiven Stress - es wird hier von Hochstress gesprochen - ist unser Gehirn, überfordert alle einströmenden Informationen zugleich zu verarbeiten.

 

D.h. traumatische Erlebnisse sind Ereignisse, die außerhalb der normalen Erlebenswelt der meisten Menschen liegen.



Wer kann von Traumatisierung betroffen sein?

Es ist nachvollziehbar, dass Personen die ein Trauma erlebt haben, eine hohe Wahrscheinlichkeit haben traumatisiert zu sein.

Aber es sind nicht nur die Betroffenen selbst, die ein hohes Risiko haben. Zeuge eines Extremereignisses zu sein, kann jemanden an die selben Grenzen der Verarbeitung führen - als Angehöriger, als Helfer vor Ort, als Journalist, als Beobachter und Zuhörer.

Wie reagieren Menschen nach einer Traumatisierung?

Die meisten Menschen zeigen zunächst eine starke akute Belastungsreaktion, mit heftigen emotionalen Reaktionen wie z.B. Angst, Wut, Trauer, Schreckhaftigkeit, emotionale Taubheit etc. die nach einiger Zeit abklingen können.

Bleiben mehrere Monate nach dem Trauma verschiedene Symptome bestehen oder kommen neue Symptome hinzu, hat sich aller Wahrscheinlichkeit nach eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) entwickelt.

Wie wird in der Traumatherapie gearbeitet?

In der Traumatherapie steht zu Beginn das Wiederherstellen von innerer und äußerer Sicherheit, Stabilität und Kontrolle im Vordergrund.

Erst wenn diese Basis geschaffen wurde, kann die Bearbeitung der traumatischen Erfahrung erfolgen.


EMDR

Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) ist eine wissenschaftlich anerkannte Psychotherapie-Methode zur Traumabehandlung, die von Dr. Francine Shapiro 1987-1991 entwickelt wurde.

EMDR ist eine sehr effiziente Methode zur nachträglichen Bearbeitung von traumatischen Erlebnissen.

Es ist ein sehr strukturiertes Verfahren, das mit Hilfe von bilaterale Stimulation des Gehirns ein belastendes Ereignis mit den dazugehörigen Erinnerungen/Gedanken/Gefühlen/Körperempfindungen beschleunigt durcharbeiten kann. Ziel ist das Trauma besser zu integrieren.

Durch dieses methodische Vorgehen wird das Nervensystem einerseits beruhigt und andererseits angeregt, sodass eine Neuverarbeitung stattfindet kann und kreative Lösungen gefunden werden.

 

Neben traumatischen Erlebnissen wird EMDR u.a. auch erfolgreich in der Behandlung von Angst- und Panikstörungen angewandt.